Themenbereich: Mobilität

Indikator: Hinderungsgründe Auslandsaufenthalt

Auslandsmobilität wird als eine Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche akademische Karriere gesehen. Nahezu alle Hochschulen in Deutschland fördern Internationalität nicht nur im Hinblick auf die Komposition der Studierendenschaft und des wissenschaftlichen Personals, sondern auch in der Form der Ermöglichung von Auslandsaufenthalten auf allen wissenschaftlichen Qualifikationsebenen. Ein nicht zu vernachlässigender Anteil der Promovierenden unternimmt während ihrer Promotion jedoch keinen promotionsbedingten Auslandsaufenthalt (vgl. Indikator Indikator: Internationale Mobilität). Die Gründe können dabei sowohl im Privatbereich (z. B. Verpflichtungen in Partnerschaft und Familie oder mangelnde Sprachkenntnisse) verortet werden, als auch struktureller Natur sein (z.B. wenn die Forschungsbedingungen bereits exzellent an der Heimatuniversität sind und/oder ein Auslandsaufenthalt als mögliches Hemmnis bei der Bearbeitung des Promotionsvorhabens gesehen wird) (Jaksztat et al. 2011: 47).

Erläuterung

Dieser Indikator gibt die relativen Anteile der befragten registrierten Promovierenden an, die einen [bestimmten Hinderungsgrund] für einen Auslandsaufenthalt mit einem bestimmten Grad der Hinderlichkeit bewerten.

Im Rahmen der im Jahr 2011 durchgeführten WiNbus-Erhebung, wurden die Nachwuchswissenschaftler(innen) ohne mindestens dreimonatige forschungsbezogene Auslandserfahrung nach den Hinderungsgründen für einen Auslandsaufenthalt befragt. Im Ergebnis zeigte sich über fast alle Fächer hinweg, dass drei Gründe als besonders hinderlich für die Durchführung eines Auslandsaufenthaltes bewertet wurden. Einer dieser Gründe ist, dass die Nachwuchswissenschaftler(innen) nicht getrennt von ihren Partnern leben möchten, der bei 55 Prozent (Hochschule) bzw. 65 Prozent (AUFs) der Befragten mindestens eher zutraf. Ebenfalls häufig zutreffend war die zeitliche Unvereinbarkeit mit den persönlichen Verpflichtungen und Wünschen mit 62 (Hochschule) bzw. 61 Prozent (AUFs). Nicht zuletzt wurden auch Schwierigkeiten beim Finden einer Finanzierungquelle des Auslandsaufenthaltes mit 46 (Hochschule) bzw. 37 Prozent (AUFs) genannt (Jaksztat et al. 2011: 47 f.).

Quelle: Jaksztat, S./Schindler, N./Briedis, K. (2011): Die internationale Ausrichtung des wissenschaftlichen Nachwuchses, Hannover