Themenbereich: Mobilität

Indikator: Internationale Mobilität

Da Wissenschaft eine globale Unternehmung ist, findet auf allen Ebenen des Wissenschaftssystems nicht nur ein Austausch von Ideen, sondern auch eine hohe personelle Mobilität statt. Die Motivationen für internationale Mobilität im Rahmen der Promotion können dabei sehr unterschiedlich sein. So können Auslandsaufenthalte einerseits für das Gelingen der Promotion an sich notwendig sein, wenn bestimmte Forschungsinfrastrukturen, wie Labore oder Archive nur im Ausland verfügbar sind oder sie können andererseits auch nach Abschluss der Promotion die Karrierechancen innerhalb und außerhalb der Wissenschaft erhöhen. So wird in Berufungsverfahren die Auslandserfahrung im Kontext der bisherigen wissenschaftlichen Qualifizierung der Kandidaten zunehmend zu einem obligatorischen Kriterium.

Erläuterung

Dieser Indikator gibt die relativen Anteile der befragten registrierten Promovierenden an, die sich schon einmal/noch nicht promotionsbedingt oder zu anderen wissenschaftlichen Zwecken im Ausland aufgehalten haben.

Aus der Auswertung von ProFile-Daten aus dem Jahr 2011 geht hervor, dass knapp 13 Prozent der befragten registrierten Promovierenden einen Forschungsaufenthalt im Umfang von mindestens einem Monat im Ausland hatten. Starke Unterschiede in den Anteilen konnten dabei zwischen den verschiedenen Fächern identifiziert werden. Während der Anteil der Promovierenden mit Auslandsaufenthalt in den Geschichts-, Politik- und Agrarwissenschaften mit jeweils über 20 Prozent am höchsten war, so lag er in den Erziehungswissenschaften und der Biologie hingegen bei fünf und in der Informatik und Elektrotechnik bei vier Prozent (Hauss et al. 2012: 162 f.). Vergleichbare Werte liefert die Studie MORE II aus dem Jahr 2013, laut der nur rund jeder achte deutsche Nachwuchswissenschaftler während der Promotion für mindestens drei Monate im Ausland tätig war. Während der Promotionsphase wurden damit deutlich weniger weniger Promovierende mobil als aus vielen anderen europäischen Ländern (BuWiN 2017: 209).

Quellen:

Hauss, K./Kaulisch, M./Zinnbauer, M./Tesch, J./Fräßdorf, A./Hinze, S./Hornbostel, S. (2012): Promovierende im Profil: Wege, Strukturen und Rahmenbedingungen von Promotionen in Deutschland; Ergebnisse aus dem ProFile-Promovierendenpanel.

Konsortium Bundesbericht wissenschaftlicher Nachwuchs (2017): Bundesbericht wissenschaftli-cher Nachwuchs 2017. Statistische Daten und Forschungsbefunde zu Promovierenden und Promovierten in Deutschland. Hg. v. Konsortium Bundesbericht wissenschaftlicher Nach-wuchs. Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Bielefeld.