Themenbereich: Betreuungssituation

Indikator: Zufriedenheit mit der Betreuung

Eine hohe Betreuungszufriedenheit wird mit einer hohen Arbeitsmotivation unter den Promovierenden in Verbindung gebracht. Neben der formalen Betreuung durch den/die Doktorvater/Doktormutter in ihrer Rolle als sogenannter „Hauptbetreuer“ können viele Promovierende häufig auch weitere personelle Aktivposten nutzen, die durch verschiedene Formen ihre Promotionen faktisch mitbetreuen. Diese formellen und informellen Betreuungsformate können sich dabei ergänzen, ausgleichen oder blockieren. Um zukünftig die Wechselwirkungen dieser Betreuungsformate analysieren zu können, wurde die Betreuungszufriedenheit in Nacaps deshalb sowohl bezogen auf den Hauptbetreuer(in), als auch auf die Betreuung im Allgemeinen abgefragt.

Erläuterung

Dieser Indikator gibt die prozentualen Anteile befragter registrierter Promovierender an, die eine [bestimmte Betreuungsdimension] mit einem bestimmten Grad der Zufriedenheit bewerten. Hinweis: Die Zufriedenheit mit dem Betreuer bezieht sich dabei auf den Hauptbetreuer.

Referenzdaten: Frühere Ergebnisse zur Betreuungszufriedenheit zeigen, dass zwischen 55 Prozent (Jaksztat et al. 2012: 34 ff.) und (bis zu) 65 Prozent (Hauss et al. 2012: 114 ff.) der Promovierenden mit der Betreuung insgesamt zufrieden bis sehr zufrieden waren. Weiterhin untersuchten sie mittels eines multivariaten Modells den Einfluss ausgewählter soziodemographischer, promotionsspezifischer und sozialpsychologischer Variablen auf die Betreuungszufriedenheit. Sie finden u. a. heraus, dass sich die Betreuung durch ein Betreuer(innen)team signifikant negativ auf die Betreuungszufriedenheit auswirkt. Als besonders zufriedenstellend erweist es sich hingegen, wenn die gewünschte und die erhaltene Betreuungsintensität annähernd übereinstimmen. Einflüsse der Austauschhäufigkeit, einer schriftlichen Promotionsvereinbarung, der Teilnahme an Kursen sowie eine Programmmitgliedschaft auf die Betreuungszufriedenheit konnten, ebenso wie bei den Faktoren Fach, Geschlecht oder Promotionstyp, dabei hingegen nicht nachgewiesen werden (Hauss et al. 2012: 121 f.).

Quellen:

Hauss, K./Kaulisch, M./Zinnbauer, M./Tesch, J./Fräßdorf, A./Hinze, S./Hornbostel, S. (2012): Promovierende im Profil: Wege, Strukturen und Rahmenbedingungen von Promotionen in Deutschland; Ergebnisse aus dem ProFile-Promovierendenpanel.

Jaksztat, S./Preßler, N./Briedis, K. (2012): Promotionen im Fokus. Promotions- und Arbeitsbedingungen Promovierender im Vergleich. HIS: Forum Hochschule, Hannover